In den Medien hören und lesen wir oft von sogenannten Kipppunkten im Klimasystem. Insbesondere die nordatlantische Umwälzzirkulation im Ozean, der Amazonasregenwald, und die Eisschilde auf Grönland und in der Antarktis sind Teile des Klimasystems, die diskutiert werden. Kann der menschengemachte Klimawandel "Kipppunkte" überschreiten, an denen sich das Klima plötzlich und unwiederbringlich verändert? Wann und wie schnell könnte solches Kippen ablaufen, und was wären die Konsequenzen? Im Gegensatz zum bereits stattfindenden Klimawandel und dessen Ursachen sind diese Fragen auch unter Wissenschaftlern nicht eindeutig geklärt. Der Vortrag zeigt auf, was wir heute wissen, was wir nicht wissen, und wie die Wissenschaft mit diesen Unsicherheiten umgeht.
Sebastian Bathiany hat in Hamburg und Reading/UK Meteorologie studiert. Seine Zeit als Doktorand und Post-Doc führte ihn nach Wageningen/NL, bevor er 2018 als Wissenschaftlicher Mitarbeiter an das Climate Service Center Germany nach Hamburg ging. Seit 2022 ist er Wissenschaftlicher Mitarbeiter bei Prof. Niklas Boers, Professur für Erdsystem-modellierung. Dort beschäftigt er sich unter anderem mit Kipppunkten im Klimasystem sowie mit dem Zusammenspiel zwischen der Atmosphäre und der Erdoberfläche, – insbesondere mit Vegetation.