In den nächsten 15 Jahren wird die demographische Entwicklung vom Eintritt der Babyboomer in den Ruhestand und der nachfolgenden dünn besetzten Pillenknick-Generation dominiert. Der Rentnerquotient wird drastisch zunehmen und sich erst ca. 2035 auf einem hohen Niveau stabilisieren. Er wird auch unter den günstigsten Umständen nicht wieder nennenswert absinken.
Eine „Untertunnelung“ durch Kapitaldeckung, wie jüngst auch vom Bundeskanzler vorgeschlagen, ist nicht möglich, aber eine langfristige Abfederung. Mittel- und langfristig übt der demographische Wandel einen deutlich dämpfenden Einfluss auf das Wachstum aus. Fürchten muss man sich jedoch nicht, wenn die Demographie durch eine Erhöhung der Erwerbstätigkeit ausgeglichen wird (späterer Renteneintritt, früherer Arbeitsmarkteintritt, höhere Frauenerwerbstätigkeit, bessere Integration der Migranten).
Axel Börsch-Supan studierte Volkswirtschaft und Mathematik in München und Bonn. 1984 folgte die Promotion am Massachusetts Institut of Technology MIT in VWL beim späteren Nobelpreisträger Daniel McFadden. Es folgten Professuren in Harvard, Dortmund und Mannheim. Ab 2011 war er Direktor am Max-Planck-Institut für Sozialrecht und Sozialpolitik in München, und ebenso Professor an der TU München für „Economics of Aging“. Zusätzlich war er mehrfach Mitglied verschiedener Rentenkommissionen der Bundesregierung.